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Stemwede, 27. März 2010
Aus dem Diepholzer Kreisblatt
Bleibt das Alte Amtshaus in Gemeindeeigentum?
Stemweder Betriebsausschuss konnte sich Donnerstag nicht zu Sanierung durchringen / Neue Verwaltungsräume in Levern

LEVERN (aw) Ob das Alte Amtshaus in Levern auch in Zukunft im Eigentum der Gemeinde Stemwede bleibt, ist fraglich. Das Ende des 17. Jahrhunderts gebaute Fachwerkhaus ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden.

Die Mitglieder des Stemweder Betriebsausschusses für Zentrales Gebäudemanagement schauten sich am Donnerstag vor ihrer Sitzung das Haus an und berieten anschließend über die Sanierungs- und Umbaukosten in Höhe von 590600 Euro, wobei der Eigenanteil der Gemeinde bei mindestens 470900 Euro liegen würde.

Kämmerer Reinhard Grewe schlug nach langer Diskussion vor – die Sitzung dauerte insgesamt über vier Stunden – dass die Fraktionen erst einmal beraten sollten, ob das Alte Amtshaus im Eigentum der Gemeinde bleiben müsse. „Brauchen wir die Räumlichkeiten des Amtshauses zwingend für öffentliche Zwecke?“, gab Grewe zu bedenken.

Nach der Sanierung wären in dem Haus lediglich der neue Sitzungsraum, Besprechungsräume, das Tourismusbüro sowie eine WC-Anlage untergebracht. Und die Parteien signalisierten bereits, dass sie für ihre Sitzungen ohne Weiteres auch andere öffentliche Räume nutzen könnten wie den „Raum für Gemeinde“ in Dielingen oder die Begegnungsstätte in Wehdem.

Die Stemweder Politik will sich in der nächsten Zeit darüber im Klaren werden, ob das Alte Amtshaus im Gemeindebestand bleiben oder verkauft werden soll.

Der jetzige Sitzungsraum fällt demnächst weg, weil in der Verwaltungsstelle Levern drei neue Verwaltungsräume entstehen sollen. Der Bereitstellung von 53000 Euro für dieses Projekt stimmte der Betriebsausschuss am Donnerstag zu.

Bisher waren der Fachbereich „Zentrale Dienste“ in der Verwaltungsstelle Dielingen und der Bereich „Finanzen“ in Levern untergebracht. Da beide Fachbereiche zusammengelegt wurden und ein reibungsloses Arbeiten garantiert werden muss, werden der jetzige Sitzungsraum in Levern sowie die Küche aufgegeben und drei neue Räume geschaffen. Vier Verwaltungsangestellte aus Dielingen werden dann nach Levern wechseln. In diesem Zusammenhang werden auch Brandschutzmaßnahmen umgesetzt.

Ebenfalls gearbeitet wird demnächst am anderen Ende der Verwaltungsstelle, und zwar im Serverraum. Die in den Verwaltungen Levern und Dielingen installierten Leitungsnetze für EDV-Anschlüsse sind komplett veraltet, was zum Beispiel langsame Übertragungsraten zur Folge hat.

Ein Fachingenieur hat die Kosten für beide Häuser bei einer zeitgemäßen Anpassung der Verkabelung ermittelt: 80206 Euro (36652 Euro für Dielingen bei 24 Mitarbeitern und 43554 Euro für Levern bei 30 Arbeitsplätzen).

Die Ausschussmitglieder waren erschrocken über die Höhe der Kosten, einigten sich nach langer Diskussion dann aber doch mehrheitlich auf den Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Mittel bereitzustellen. Mit den neuen Standverbindungen von Dielingen nach Levern wird dann endlich ein zeitgemäßes Arbeiten ohne Verzögerungen möglich sein. „Wir müssen als Dienstleistungsunternehmen vernünftig arbeiten können“, sagte der neue Fachbereichsleiter zentrale Dienste, Dieter Lange.

In den Kosten enthalten ist auch der Umbau der Serverräume in Levern und Dielingen, in denen u.a. sensible Daten gespeichert werden. Beide Räume entsprächen keineswegs einem Sicherheitsstandard und müssten auf jeden Fall überholt werden.

Ein weiteres Thema bei der Ausschusssitzung war die Verwendung von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II. 610000 Euro aus diesen Zuwendungen sind bereits in die Sanierung der Heizungsanlage der Grundschule Oppenwehe geflossen – bleiben noch 150000 Euro Konjunkturpaket II-Mittel übrig. Diese werden nun in die Dachsanierung der Schulturnhalle in Oppenwehe gesteckt. Die Gemeinde muss hierbei noch einen Eigenanteil von 33300 Euro beisteuern.

Die Sanierung der Heilig-Kreuz-Kapelle in Haldem wird verschoben. Die Verwaltung prüft zunächst einmal, mit welchen Zuschüssen aus dem Denkmalförderungsprogramm sowie aus Dorferneuerungsmitteln gerechnet werden kann.

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