Interview mit Stemwedes neuem SPD-Gemeindeverbandsvorsitzenden Jonas Schmidt

Stemwedes SPD-Vorsitzender Jonas Schmidt
Stemwedes SPD-Vorsitzender Jonas Schmidt

Stemwede(WB). Der Gemeindeverband Stemwede hat einen neuen Vorsitzenden. Schmidt aus Dielingen (23), von Beruf Mathematiker mit dem Arbeitsbereich »Künstliche Intelligenz«, stellt sich im Gespräch mit WB-Redakteur Dieter Wehbrink ersten Fragen in seinem neuen Amt.

Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl, Herr Schmidt. Unsere Zeitung war ja leider nicht zur Wahlveranstaltung eingeladen. War Ihr Ergebnis denn einstimmig?

Jonas Schmidt: Ja, das Ergebnis war einstimmig.

Sie haben nach Ihrer Wahl betont, dass es für eine erfolgreiche Kommunalpolitik die richtige Mischung aus Erfahrung und neuen Ideen brauche, und dafür wollen Sie sich einsetzen. Können wir jetzt mit einer veränderten SPD-Politik im Stemweder Rat rechnen?

Schmidt: Ich werde mich weiterhin mit meiner eigenen Meinung in die Ratsarbeit einbringen. Es gibt bei uns keinen Fraktionszwang.

Können Sie uns mal Beispiele nennen, was Sie gern verändern würden? Wo sehen Sie die größten Probleme in der Gemeinde?

Schmidt: Der mangelhafte Ausbau des Breitbandinternets und die nicht ausreichende Abdeckung mit schnellem mobilen Internet sind ein entscheidender Standortnachteil für Stemwede. Bei Scheitern der Ausschreibung des Kreises für den Glasfaserausbau gilt es, diesen Zustand möglichst schnell zu beheben, eventuell auch im Alleingang. Stemwede ist eine attraktive Gemeinde zum Arbeiten, Wohnen und Leben. Hier gibt es viele Arbeitsplätze, Wohnraum zu vergleichsweise niedrigen Preisen, ein lebendiges Vereinsleben und eine wunderschöne Natur. Wir alle sollten anfangen, diese Vorzüge noch stärker nach außen zu tragen.

Bei den Kommunalwahlen gab es teilweise sehr geringe Wahlbeteiligungen, unter anderem auch in Ihrem Heimatort Dielingen. Haben Sie ein Rezept, wie man die Menschen wieder zur Wahlurne bekommt?

Schmidt: Wir müssen die Probleme der Bürger angehen, Lösungsvorschläge liefern und ihnen damit zeigen, dass ihre Stimme Veränderung schaffen kann.

Sie sind seit 2014 im Stemweder Gemeinderat. Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit der Ratsfraktionen?

Schmidt: Wir arbeiten konstruktiv zusammen. Der überwiegende Teil der Beschlüsse wird einstimmig gefasst.

Was kritisieren Sie an den anderen Fraktionen?

Schmidt: Wenn es Meinungsunterschiede gibt, bespreche ich diese lieber von Angesicht zu Angesicht als über die Zeitung.

Wie beurteilen Sie die Arbeit von Bürgermeister Kai Abruszat? Gibt es etwas, was Sie bei ihm gern inhaltlich verändert sehen möchten?

Schmidt: Der Bürgermeister vermarktet Stemwede, wie es vor ihm noch keiner geschafft hat. Gemeinsam versuchen wir, Stemwede weiter voran zu bringen, vom Breitbandinternetausbau bis hin zur noch besseren Außendarstellung unserer Stärken.

Können wir dennoch damit rechnen, dass die Stemweder SPD bei der nächsten Wahl wieder einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellt?

Schmidt: Die Entscheidung wird der SPD-Gemeindeverbandvorstand gemeinsam im nächsten Jahr treffen.

Die Umfragewerte für die Bundes-SPD und das aktuelle Ergebnis Ihrer Partei bei der Landtagswahl in Bayern sind stark verbesserungswürdig. Haben auch Sie für die Große Koalition gestimmt?

Schmidt: Ich habe für die Große Koalition gestimmt.

Und jetzt? Soll die SPD weiter beharrlich an der Großen Koalition festhalten, oder gibt es für Sie eine rote Linie, bei der man die Zusammenarbeit mit CDU und CSU beenden sollte?

Schmidt: Die von der CSU ausgelösten koalitionsinternen Streitigkeiten schaden der Regierung. Sie halten nur von echter Arbeit ab. Die SPD sollte den Fokus auf Sachthemen wie Pflege, Wohnen, Rente und Bildung legen. Da gibt es noch viel zu tun!